Die Jagd – Licence for Sex and Crime, das „Jagdbuch“ Paul Parins wird in der unzensierten Fassung neu aufgelegt

Die Jagd – Licence for Sex and Crime, das „Jagdbuch“ Paul Parins wird in der unzensierten Fassung neu aufgelegt


Viel eher möchte ich annehmen, dass der Jäger nicht der archaische Naturmensch ist, sondern der Mensch in seiner jeweiligen Kultur. In seiner Sozialisation hat er den verbotenen Genuss des Verbrechens, von Grausamkeit und Mord und die Lust ungehemmter Sexualität übernommen.

(aus: Paul Parin, Die Jagd – Licence for Sex and Crime, Kapitel „Pubertät“)

Wir schreiben das Jahr 2002. Paul Parin hat soeben wie vereinbart ein 248-seitiges Typoskript mit Erzählungen und Essays zur Jagd an seinen Verlag geschickt. Ein schonungsloser, offener, tabuloser Text, anders jedenfalls, als seine vorangegangenen Erzählbände. Die Reaktionen darauf sind ärgerlich. Leiterin und Lektorin des Verlags „Europäische Verlagsanstalt – EVA“ schlagen Streichungen, Umstellungen und Änderungen an seinem Text vor. Parin erstellt eine „Liste der gestrichenen Themen“, dokumentiert „redaktionelle Eingriffe“, versucht Inhalt und Aufbau des Buches zu argumentieren. Lektorin und Verlagsleiterin bestehen jedoch auf ihren Textverstümmelungen, wollen Parins ursprüngliches Buchkonzept, einzelne Kapitel und auch den Buchtitel partout nicht akzeptieren. Immer wieder gibt es Einwände, Kürzungen, Zensur an zentralen Textstellen, es offenbart sich von Seiten des Verlages eine seltsame Mischung aus Unwissenheit und Prüderie. Parin steht knapp vor seinem 86. Geburtstag, er will das Buch noch zu Lebzeiten sehen, verschenken, in Händen halten, auch wenn er es Goldy nicht mehr vorlesen kann. Continue reading