Category: Parin spricht – Fundstücke aus dem Archiv

Fried gegen Nobel

Fried gegen Nobel

„[Handke] beschreibt die Kriegswirtschaft in Serbien als agrarische Idylle und sieht darüber hinweg, daß hier ein Land einfach wirtschaftlich am Boden liegt. Als politischer Kritiker ist er gar nicht ernst zu nehmen. Viele Leute, die in exotische Länder gefahren sind, sind mit ihrem Bild dieses Exotismus zurückgekommen und haben dieses Bild beschrieben. Handke konnte ja nur wenig Slowenisch, als er vom neunten Land zu träumen begann. […] Im übrigen hat der Verlag Suhrkamp die Sache auch durchaus betrieben. Siegfried Unseld hat die ungewöhnlichen Phantasien seines Dichters bewußt zu einem Skandal stilisiert. Ich hatte den Eindruck, als Handke nach Paris übersiedelte, ist er in der literarischen und philosophischen Szene dort nie angekommen. Dort war man gegen das nationalistische Serbien. Da war Handke aus Trotz auf der anderen Seite.“

Paul Parin in einem Interview mit Bert Rebhandl in der Zeitschrift FORMAT, 28 (1999), Seite 140-141.